Talent Rinderer verlangt Nationalspieler alles ab (Bericht der PNP vom 31.07.2017)

Tischtennis der Extraklasse beim Schaukampf mit Bastian Steger.


Ruhmannsfelden. Als Bub hat Bastian Steger vor gut 20 Jahren einen Schaukampf gegen den damaligen Tischtennis-Doppelweltmeister Jörg Roßkopf bestreiten dürfen. Nun stand er am Samstag in Ruhmannsfelden auf der anderen Seite und wurde von einem Nachwuchsspieler herausgefordert. TV-Talent Daniel Rinderer, frischgebackener Bronzemedaillengewinner bei den Jugend-Europameisterschaften im Mixed-Bewerb, zog sich bei diesem Vergleich sehr gut aus der Affäre. Bastian Steger, Bundesliga-Profi beim SV Werder Bremen, musste sich ins Zeug legen, um den 15-Jährigen in Schach zu halten.
Beim TV Ruhmannsfelden wird heuer ein Doppeljubiläum gefeiert – das 125-jährige Bestehen des Hauptvereins und das 40-jährige der Sparte Tischtennis. Aus diesem Anlass hatten die Verantwortlichen den 36-jährigen Nationalspieler zu einem Schaukampf verpflichtet. Das Zuschauerinteresse ließ allerdings zu wünschen übrig, lediglich knapp 90 Besucher, hauptsächlich Tischtennisspieler und -fans, ließen sich das Event in der vereinseigenen Halle nicht entgehen.
Nach der Begrüßung durch TV-Spartenleiter Josef Kramhöller moderierte Stegers Vater Johann das Tischtennis-Schmankerl und informierte über die wichtigsten Stationen in der Karriere seines Sohnes. Bastian Steger ist mehrfacher deutscher Meister, vierfacher Mannschaftseuropameister und holte mit dem Team bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio die Bronzemedaille. Seine besten Ranglistenpositionen waren Platz vier in Europa und Platz 17 im Weltklassement.
Beim Schaukampf in Ruhmannsfelden stand der sympathische Bundesliga-Profi über eineinhalb Stunden nonstop am Tisch. Stegers erster Kontrahent war Franz Stern, Nummer eins der Bezirksliga-Herrenmannschaft des TV Ruhmannsfelden, der in der Anfangsphase gut mithielt und ein paar schön herausgespielte Punkte machte. Dann aber drehte der Nationalspieler auf und gewann den ersten Satz mit 11:7. Ähnlich verlief der zweite Durchgang. Spektakulär war Stegers Punkt zum 10:6, als er drei Meter hinter dem Tisch mit Ballonabwehr mehrere Angriffsschläge von Franz Stern erfolgreich abwehrte. Mit einem Aufschlag-Ass zum 11:6 beendete der Nationalspieler die Partie.
Dann durften die TV-Spitzenkräfte Franz Stern und Bernd Urban im Doppel gegen Steger/Rinderer ran. Der Bundesliga-Profi ist ein guter Doppelspieler und bestritt auch an der Seite von Timo Boll zahlreiche Partien in der Nationalmannschaft. Satz eins ging erwartungsgemäß mit 11:5 an Steger/Rinderer, die dann im zweiten Durchgang die Sache auf die leichte Schulter nahmen. Stern/Urban gingen volles Risiko, schlossen mehrere Angriffe erfolgreich ab und siegten mit 13:11. "Die Taktik ändern" gab Steger als Devise für Satz drei aus. Gesagt, getan. Steger/Rinderer verschärften das Tempo und ließen Stern/Urban mit 11:3 abblitzen.
Ohne Pause ging es weiter mit dem Höhepunkt, dem Schaukampf zwischen dem Nationalspieler und dem 15-jährigen Ruhmannsfeldener, der auch in der kommenden Saison im Herren-Oberligateam des FC Bayern München die Nummer eins ist. Schon beim Einspielen gaben beide Kostproben ihres Könnens. Der erste Satz war allerdings eine klare Sache für Bastian Steger. Er punktete mehrmals mit seiner starken Rückhand, während Daniel Rinderer gute Abschlusschancen ungenutzt ließ, leichte Fehler produzierte und mit 3:11 das Nachsehen hatte.
Ganz anderes Bild im zweiten Durchgang: Der Nachwuchsmann ging aggressiver und konzentrierter zu Werke, drängte Steger zurück, verblüffte ihn mit einigen gegen die Laufrichtung abgeschlossenen Angriffen und behielt mit 11:7 die Oberhand. In Satz drei konnte Rinderer zu Beginn noch Paroli bieten. Dann leistete er sich zwei Fehlaufschläge hintereinander, verzog einige Bälle knapp, Steger agierte sicher und so musste Daniel mit 4:11 die Segel streichen.

Als Zugabe absolvierten beide noch zwei Sätze, bei denen Rinderers Punkte doppelt zählten. Obwohl der Bundesliga-Profi eine starke Leistung ablieferte, setzte sich das Nachwuchstalent zweimal knapp durch. Zum Schluss gab es noch Autogramme für die Zuschauer und als Erinnerungsgeschenk überreichte Bastian Steger ein signiertes Nationaltrikot an den TV-Vorsitzenden Florian Kopp.

Michael Kramhöller


verfasst am 21.10.2019