Zwillinge vergeben zu viele Matchbälle (Bericht der PNP vom 11.06.2026).

Deutsche Tischtennis-Meisterschaften in Erfurt: Jonas und Fabian Rinderer scheitern in Vorrunde – Bruder Daniel holt Bronze im Mixed.

Ruhmannsfelden. „Mund abwischen und weitermachen“. Auf diesen kurzen Nenner bringen die Ruhmannsfeldener Tischtennis-Talente Jonas und Fabian Rinderer ihre Rückschau auf ein enttäuschendes Abschneiden bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Erfurt. Die 15-jährigen Zwillinge des Turnvereins 1892 beklagten fehlendes Spielglück sowie einige falsche Entscheidungen mit zu viel oder zu wenig Risiko in ausschlaggebenden Situationen. Zudem vergaben beide mehrere Matchbälle, sodass die Hoffnungen auf Spitzenplatzierungen im Einzel, Doppel und Mixed in der Altersklasse U19 schon früh den Bach runter gingen. Besser lief es bei Bruder Daniel Rinderer. Dem 24-Jährigen gelang im Mixed eine faustdicke Überraschung, als er mit Partnerin Mia Griesel die Bronzemedaille eroberte.

Jonas Rinderer, der nach seinem dritten Rang beim Weltranglistenturnier in Sarajevo im Einzelbewerb einen Top-Ten-Platz ins Auge gefasst hatte, kam bei der „Deutschen“ nicht so recht in die Gänge. In der Vorrunde unterlag er Alexander Uhig (Hundsmühler TV) mit 1:3 und behauptete sich gegen Luke Jalaß (ASV Stockelsdorf) mit 3:1. Im dritten Match gegen Len Müller (TTC Bietigheim-Bissingen) steuerte der Ruhmannsfeldener lange Zeit auf Siegeskurs. Im fünften Durchgang verbuchte er fünf Matchbälle, ließ aber alle ungenutzt und musste mit 2:3 die Segel streichen. In der Endabrechnung standen bei Jonas und Jalaß jeweils 1:2 Siege und 6:7 Sätze zu Buche. Somit mussten die Punkte entscheiden: Bei Jalaß kam eine Differenz von minus 2 heraus, bei Rinderer waren es minus 10 und so war dessen Traum vom Einzug in die K.o.-Runde jäh geplatzt.

Der Taschenrechner musste auch zur Gruppenplatzierung von Fabian Rinderer herangezogen werden. Hinter Staffelsieger Tom Küllmer (SVH Kassel) landeten der TV-Youngster und zwei weitere Spieler jeweils einen Sieg. Durch das schlechteste Satzverhältnis belegte Fabian Rinderer nur den vierten Platz, wobei er bei der 2:3-Niederlage gegen Ole Kaspers (FSV Mainz 05) drei Matchbälle versemmelt hatte. Gegen Küllmer zog er mit 1:3 den Kürzeren, gegen Sebastian Lenz (TuS Hiltrup) behielt er mit 3:1 die Oberhand.

Lange Gesichter gab es bei den Ruhmannsfeldener Nachwuchsassen auch nach der Doppelmeisterschaft der U19. Jonas Rinderer und Partner Samuel Kuhl (TSV Neuried) ließen in der Auftaktbegegnung mit Timo Seidel/Kaito Ishida (Post SV Zeulenroda/SV Schott Jena) beim 3:0-Erfolg nichts anbrennen, schieden aber nach einem 2:3 gegen Tom Küllmer/Ryan Jager (Kassel/Neuenhainer TTV) aus. Im Achtelfinale blieben auch Fabian Rinderer und Kazuto Itagaki (TSV Bad Königshofen) auf der Strecke. Nach einem Freilos kreuzten beide die Klingen mit Tien Nghia Phong/Luke Jalaß (Bietigheim-Bissingen/Stockelsdorf). Da Itagaki phasenweise von der Rolle war, setzte es eine klare 0:3-Niederlage.

Ähnlich verliefen die Mixed-Turniere für die Zwillinge aus Ruhmannsfelden. Jonas Rinderer und Anna Walter (MTV Ingolstadt) starteten mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen Elisa Mayer/Maris Miethe (MTV Tostedt/TSV Heisede). Im Achtelfinale boten beide dem späteren Meisterduo Bao Chan Elisa Nguyen/Tien Nghia Phong über weite Strecken Paroli, vergaben im dritten Durchgang vier Satzbälle und hatten mit 1:3 die Segel das Nachsehen. Fabian und Abwehrspezialistin Emilia Schorr (FC Bayern München bot sich sogar fünf Mal die Möglichkeit zum Sieg gegen Pia Rempe/Ole Kaspers (SV Arminia Vechelde/Mainz), wobei Letzterer die meisten Schnittbälle von Schorr knallhart verwandelte, sodass die Partie mit 2:3 in die Binsen ging.

Bei den Erwachsenen gab sich in Erfurt die gesamte nationale Elite mit Champions-League-Siegern, Deutschen Meistern sowie Medaillengewinnern bei Welt- und Europameisterschaften ein Stelldichein. Angesichts dieser Top-Besetzung freute Daniel Rinderer riesig über die Bronzemedaille im Mixed mit Partnerin Mia Griesel (TTC Berlin eastside). Der 24-jährige Ruhmannsfeldener, der auch kommende Saison für den Zweitligisten TSV Windsbach aufschlägt, sowie die 20-jährige Nachwuchshoffnung harmonierten hervorragend.

Nach einem Freilos wiesen Griesel/Rinderer die Achtelfinal-Kontrahenten Leonie Hildebrandt/Karl Zimmermann mit 3:2 knapp in die Schranken. Im Viertelfinale folgte ein Gala-Auftritt mit dem 3:0 gegen ein zum Favoritenkreis zählendes Paar aus Bad Königshofen, U15-Weltmeisterin Koharu Itagaki und Shooting-Star Andre Bertelsmeier. Im Halbfinale wartete das international erprobte Duo Nina Mittelham/Patrick Franziska, gegen das Griesel/Rinderer trotz guter Vorstellung mit 0:3 den Kürzeren zogen.

In der Doppelkonkurrenz schaffte Daniel mit seinem Windsbacher Vereinsspezl Tom Schweiger den Sprung ins Viertelfinale, wo sie dann Patrick Franziska/Ricardo Walther mit 0:3 unterlagen. Im Einzel blieb er ebenfalls in der Vorrunde hängen, wobei auch Daniel gegen Favorit Cedric Meissner vom Bundesligisten 1. FC Saarbrücken drei Matchbälle hatte, aber den fünften Satz mit 10:12 abgeben musste. Die zweite Begegnung mit Timo Freund hatte der Ruhmannsfeldener mit 3:0 klar gewonnen.


verfasst am 11.06.2026