Ruhmannsfeldener Ausnahme-Talent Jonas Rinderer (16) startet bei den Olympischen Jugendspielen in Afrika.
Ruhmannsfelden. Einmal an Olympischen Spielen teilnehmen: Davon träumen viele Sportler schon in ihrer Kindheit. Und dieser Traum geht für einen 16-jährigen Ruhmannsfeldener in wenigen Tagen in Erfüllung. Tischtennis-Talent Jonas Rinderer wurde vom Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) vorgeschlagen und vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nominiert für die Olympischen Spiele der Jugend, die erstmals in Afrika ausgetragen und in Dakar/Senegal in Szene gehen werden. Rinderer und die gleichaltrige Koharu Itagaki (TSV Bad Königshofen) sind die einzigen deutschen Teilnehmer im Tischtennis-Wettbewerb.
Das Ausnahmetalent des TV 1892 Ruhmannsfelden sorgte schon bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei zahlreichen Weltranglistenturnieren für Aufsehen, wurde mehrmals Deutscher Meister. Nun erwartet ihn der absolute Höhepunkt in seiner jungen Karriere. „Ich freue mich narrisch und bin auch mega stolz“, verrät der junge Waldler, der dem Start bei den Olympischen Spielen entgegenfiebert. Dieses Ereignis hat Jonas Rinderer die vergangene Woche voll in den Bann gezogen. Vier Tage lang absolvierte er einen knallharten Vorbereitungslehrgang mit dem Nationalkader in Düsseldorf, am Wochenende folgte die Einkleidung beim DOSB in Frankfurt/Main. Eine jeweils komplette Ausstattung für Reisezwecke, Repräsentationstermine, Training und Freizeit, dazu mehrere Accessoires und natürlich die Trikots der Deutschen Nationalmannschaft: „Ich habe einen vollen Koffer nach Hause gebracht“, schmunzelt der 16-Jährige.
In den nächsten Tagen gibt es den letzten Feinschliff im Bundesleistungszentrum in München-Milbertshofen, dem neuen Trainingsdomizil von Jonas Rinderer, der im Herren-Spielbetrieb mit der zweiten Mannschaft des TV Hilpoltstein in die Regionalliga aufgestiegen ist und auf Position 1 um Punkte kämpft. Seit September wohnt er in der Landeshauptstadt und besucht die Fachoberschule in Unterschleißheim. Im Leistungszentrum stehen wöchentlich vier Einheiten an den Nachmittagen und zwei zusätzliche vor der Schule auf dem Programm. „Verstärktes Aufschlag- und konsequentes Rückschlagtraining sowie die Spieleröffnung mit parallelen Angriffen“, so beschreibt Jonas Rinderer die Schwerpunkte der finalen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, bei denen Team Deutschland mit insgesamt 50 Athleten vertreten ist.
Der junge Ruhmannsfeldener gibt sich selbstbewusst vor seiner bislang größten Herausforderung. „In Dakar ist zwar alles vertreten, was Rang und Namen hat, aber ich möchte schon die Runde der letzten 16 erreichen“. Für dieses Ziel müsste er in seiner Vorrundengruppe einen der ersten beiden Plätze erreichen. „Viel hängt von der Auslosung ab. Wenn ich gegen zwei Asiaten ran muss, dann wird es ganz schwer“, erklärt Jonas Rinderer, der neben der Einzelentscheidung den Mixedwettbewerb mit Teampartnerin Koharu Itagaki bestreitet.
Das Abenteuer beginnt für den 16-Jährigen am 28. Oktober mit dem Abflug. In Frankfurt/Main startet die Maschine in Richtung Dakar, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Senegal. „Wir werden zuerst unser Quartier im olympischen Dorf beziehen und restliche Zeit nutzen zum Kennenlernen, Akklimatisieren und Trainieren“, weiß der junge Ruhmannsfeldener. Er hat erfahren, dass in der Unterkunft der jungen Athleten strenge Sicherheitsvorschriften gelten. Das Gelände sei eingezäunt und werde rund um die Uhr bewacht, wobei auch Soldaten der Bundeswehr im Einsatz sind.
Die Olympischen Spiele der Jugend, zu denen 206 Nationen rund 2700 Nachwuchstalente bis zum Alter von 17 Jahren gemeldet haben, beginnen am 31. Oktober mit einer feierlichen Eröffnung im Nationalstadion von Dakar. Jonas Rinderer freut sich schon auf den Einzug hinter der deutschen Fahne und den Gänsehautmoment, wenn das olympische Feuer entzündet wird. Am nächsten Tag erfolgt der erste Aufschlag zu den Tischtennis-Turnieren, die bis zum 5. November im Expo-Center im Diamniadio, einem Stadtteil von Dakar, abgewickelt werden. Die Schlussfeier der Olympischen Jugendspiele am 13. November wird Jonas Rinderer allerdings nicht mehr miterleben, denn sein Rückflug ist für 6. November gebucht.
verfasst am 24.10.2026